Momentan ist meine Form eine Art Persona meiner selbst auszuschlachten. Mir ist aufgefallen, dass man beim Schreiben immer ein bestimmtes Publikum bzw. einen bestimmten Empfänger anvisiert – bewusst oder unbewusst. Und momentan ist dieses Publikum eine graue, anonyme Masse von Instagram-Usern und sonstigen Menschen, die online auf meine Texte aufmerksam werden könnten. Dabei ist das Suchen dieser Aufmerksamkeit irgendwie Selbstzweck. Und dann auch wieder nicht. Es ist seltsam. Wenn man zumindest gedacht für die Öffentlichkeit schreibt, kann man den Privatmenschen nicht mehr aufrecht halten. Dabei wäre es natürlich am besten, genau das zu tun: privat, intim, unverblühmt, ehrlich schreiben – gerade, wenn man praktisch nur Gedanken, Gefühle und Momente aufschreibt.
Aber ist das nicht alles der Kern von Philosophie? – Sich fragen, wer man eigentlich eigentlich ist? Vielleicht gibt es keinen eigentlichen Menschen hinter der Fassade. Oder man ist Schrödingers Autor: Sobald man veröffentlichen will, kann man nicht mehr wissen, wie man wäre, wenn man nicht veröffentlichen will. Ich weiß nicht mal, ob das Sinn ergibt.
Jedenfalls will ich momentan nur noch aus Selbstzweck schreiben. Ich will weder auf irgendetwas hinauswollen, noch „an etwas arbeiten“. Reingehen, schreiben, rausgehen. So!
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